Simbach/Altötting/Pocking. Wie trauern Kinder, was brauchen sie in Momenten des Verlusts und wie können Bezugspersonen ihnen sensibel zur Seite stehen? Unter dem Leitgedanken „Verlust ist mehr als wie traurig sein“ widmeten sich (angehende) Gruppenleiter/innen und Interessierte eines ganztägigen Aufbautages den vielfältigen Facetten der kindlichen Trauer. Organisiert wurde die Fortbildung von Silvia Lenger und Conni Englmeier von den Kirchlichen Jugendbüros Pocking und Altötting.
Als atmosphärischer Tagungsort diente das naturnahe Gelände von „Inn-Natur“ in Simbach am Inn. Neben den weitläufigen Waldflächen standen den Teilnehmenden ein Tipi und ein Lagerfeuer zur Verfügung, die nicht nur für gemütliche Wärme, sondern auch für eine geschützte, verbindende Atmosphäre sorgten.
Geleitet wurde der Intensivtag von Susanne Anzeneder, der Gründerin und Geschäftsführerin von „Inn-Natur“. Als Diplom-Pädagogin, ausgebildete Trauerbegleiterin und Reittherapeutin brachte sie fundiertes Fachwissen aus der naturnahen sowie therapeutischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien in herausfordernden Lebensphasen ein. Tatkräftige Unterstützung erhielt sie von Melissa Wagner.
Im Zentrum des Programms standen die Grundlagen des kindlichen und jugendlichen Trauererlebens im Unterschied zu Erwachsenen. In einer praxisnahen Sprachwerkstatt erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Formulierungshilfen für schwierige Momente – etwa beim Umgang mit Kinderfragen, elterlichen Unsicherheiten oder der Abwehr von Hilfe. Ein Materialienzirkel stellte zudem verschiedene Bücher und Methoden für Gesprächsangebote vor. Auch die eigene Selbstfürsorge und das Erkennen persönlicher Belastungsgrenzen bildeten einen wesentlichen Baustein des Tages.
Die Verbundenheit mit der Natur spiegelte sich auch in der Verpflegung wider: Zur Mittagspause stärkte sich die Gruppe mit warmen Kartoffeln, die frisch über dem offenen Lagerfeuer zubereitet wurden – ein wichtiger Moment des gemeinsamen Innehaltens und Durchatmens.
Den feierlichen Abschluss bildete die Übergabe der Zertifikate. Bevor die Teilnehmenden gestärkt in ihren Alltag zurückkehrten, wurden alle mit einem stimmungsvollen Segensgebet und einem kleinen Engel als Symbol für ihre wertvolle Arbeit verabschiedet.

